Ein Stückchen Heimat in der Fremde

1. November 2018 0 Von Marlap

Hallöchen liebe Leser,

Jetzt nach einem Monat melde ich mich dann auch mal wieder… in der Zeit ist echt Einiges passiert🤥

Vor ca. zwei Wochen durfte ich die Bekanntschaft mit einer Lebensmittelvergiftung machen (und das wahrscheinlich auch noch vom eigens gekochten Essen🙄) und lag damit ne gute Woche komplett flach… als ich dann gerade wieder mit Zwieback und Instantsuppe dabei war, wieder zu Kräften zu kommen fühlte Miri sich dann eines Nachmittags nach ihrer (eigentlich geilen) Quinoapfanne auch nicht optimal (eklige Details unserer Krankheitsverläufe werden absichtlich weggelassen, aber ihr könnt’s euch wahrscheinlich denken🙄)…

In dem Moment, als die ersten eindeutigen Krankheitszeichen dann auch bei Miri einsetzen haben wir echt die Kriese bekommen. Und das „Wieso das auch noch, Gott!?“ fiel mehr als missgelaunt aus. Gott sei Dank haben wir tolle Mitvolis, die uns in unserem etwas hilflosen und verzweifelten Zustand (zwei Mädels mit mittelmäßigem Spanisch, ohne Freunde in einer fremden Stadt, beide krank und keine Ahnung wie das mit Essenslieferungen hier läuft) tatkräftig mit Gebet unterstützt haben! Danke nochmal an dieser Stelle😚

Diese Krankheitszeit war so mein erstes „tiefes Tal“, das ich hier in Perú durchlaufen habe. Auch im Hinblick auf meine Gottesbeziehung, weil ich in dem Moment einfach nicht glauben wollte, dass Gott mich zwar hier haben will, ich dann aber „völlig unnötig“ so eine blöde Lebensmittelvergiftung erleiden (es fühlte sich so an) muss.

Aber natürlich hat Gott mir/uns beiden kurz darauf mit einer Predigt geantwortet (wenn wir krank waren haben wir auf YouTube Predigten vom ICF München geschaut). Nämlich mit dem Propheten Habakuk, durch dessen Klagen an Gott herauskommt, dass ein Leben mit Gott nicht nur Friede Freude Eierkuchen bedeutet. Aber auch, wie Gott uns in diesen schweren Zeiten positiv verändern kann und das beste aus dem Leid schaffen kann – wofür wir allerdigs eine große Portion Vertrauen in Gott und Geduld brauchen. Gar nicht so einfach.

Jetzt wo wir auf unser erstes „Tief“ zurückschauen, können wir z.B. sagen, dass es unserer Beziehung gut getan hat, mal abhängig von der anderen Person und ihrer Versorgung zu sein und dass wir beispielsweise das Essen oder generell die Gesundheit viiiel mehr wertschätzen.

Kleiner Ausschnitt unserer Highlights:

Pasta-Canteen*-*

Pizzatraum – bei diesem Italiener kaufen wir inzwischen fast standardmäßig unser Brot:)

Nachtisch: Schokotorte, Eis oder Frappe?🤔

Inzwischen haben wir die Sprachschule abgeschlossen und sind mit vielen netten Bekanntschaften, einer Freundin und ganz passablen Spanischkenntnissen herausgekommen. Montag hat unsere erste „richtige“ Arbeitswoche gestartet, in der wir zum ersten Mal seit unseren vier Wochen hier jeden Tag im Y vollständig dabei sind. Tolles Gefühl, endlich durchzustarten!!

Wir planen jetzt auch immer die Programme mit und haben auch schon zahlreiche Ideen für Andachtsreihen… Mega schwer, zu entscheiden, was „am Wichtigsten“ für die Jugendlichen und Kids ist. Aber wir sind sehr zuversichtlich und total motiviert, den Kindern von Gott zu erzählen und sie dafür zu begeistern😊

Gestern haben wir auch schon die erste Herausforderung gemeistert: den Jovenes von ihrer Einzigartigkeit und ihrem Wert zu erzählen. Davor hatten wir ein wenig Respekt weil das echt viele, teilweise ältere Jugendliche als wir sind und wir mit den hier gängigen Umgangsformen so gut wie gar nicht vertraut waren bzw. sind. Aber natürlich haben wir’s mit Hilfe von oben gerockt😇

Und weil wir wohl echte Glückspilze sind, ist heute (Do) Feiertag und wir können uns von einer bisher anstrengenden Woche erholen:D

Noch was wichtiges: letzten Sonntag waren wir zum ersten mal in der Iglesia Fe, eine hillsongähnliche Gemeinde, die uns unsere Vorgängervolis empfohlen haben, und haben uns mega wohlgefühlt! Neben dem echt guten Lobpreis und einer ansprechenden Predigt, bei der wir fast alles verstanden haben (!), ist die Location auch der Hammer – der Godi wird in einem Kinosaal gefeiert! Hier und in dem Jugendkreis, den wir uns am Samstag mal anschauen, liegen auch unsere Chancen gleichaltrige Freunde zu finden…😊

Heute werden wir vielleicht noch einem unserer Lieblingscafes – das Kaffeehaus, ein supersüßes deutsch-peruanisches Café, in das wir uns bereits verliebt haben*-* – einen Besuch abstatten und dort das köstliche deutsche Brot (oh wie wir es vermissen!) und einen Moccachino im idyllischen Cafégarten genießen. Ein bisschen Heimat in der Fremde und Balsam für die Seele🤗

Bis bald und seid gesegnet!

Eure Marla