Saludos de Arequipa!

8. Oktober 2018 0 Von Marlap

Saludos de Arequipa!

Seit über einer Woche sind wir bereits hier in der Ciudad blanca… und wollen schon gar nicht mehr weg:D

Unsere Reise begann am besagten Freitagmorgen ziemlich spannend: nur wir zwei Mädels mit unseren riesigen Gepäckstücken und wenig Ahnung allein am Flughafen in Lima… zuvor der Abschied in der Gastfamilie. Dieser war mir dann doch schwerer gefallen, als ich erwartet hatte – die Umarmungen, Segens- und Glückwünsche und der lange Blick aus dem Taxi, zurück auf mein inzwischen neu gewonnenes Zuhause… in dieser Situation schon sehr dramatisch.
Doch dann sah ich den Taxifahrer am Lautstärkerädchen des Radios drehen und im selben Moment ertönte fröhliche, lebendige spanische Musik aus den mittelmäßigen Lautsprechern meines Taxis. Ein neues Gefühl, das von Aufregung, Abenteuerlust und Vorfreude machte sich in mir breit. Jetzt war ich bereit, in die neue Stadt aufzubrechen!

Gott sei Dank (und das meine ich wörtlich!) lief am Flughafen alles rund. Da Miri und ich bis jetzt kaum geflogen waren, wussten wir nicht so genau, wie alles mit Check-In und so abläuft – aber bis auf eine kleine Verspätung seitens der Fluggesellschaft lief alles wie vorgesehen.
Und nach 1:10h im Flugzeug stiegen wir dann einfach auf dem Aeropuerto von Arequipa aus!

Unser Start hier hätte kaum besser sein können. Die Familie, die unter uns wohnt (unsere Vermieter), holte uns und unser Gepäck direkt vom Flughafen ab. Die Fahrt vom Flughafen zu unserem zukünftigen Zuhause war genau richtig: im Jeep der Familie, der auch mal schnell fahren kann, weil die Straßen nicht vollkommen verstopft sind, die Fenster unten, den Wind im Gesicht spüren, die warme Sonne auf der Haut – Freiheitsgefühl pur!

Von unserem Apartement waren wir sowieso hin und weg. Von Lima waren wir ja einiges anders gewöhnt: kleines Bad für viele Personen, bescheidene Zimmer – viel Gastfreundschaft!

Hier wohnen wir in unserem eigenen schnucken Apartement auf der Dachterasse, nahe dem Stadtzentrum in einer echt guten Wohngegend. Direkt zu unserer Rechten befindet sich ein grüner (!) Park und direkt vor uns ein Sporthartplatz (unfassbar, dass manche Menschen am Wochenende um 8:00 a.m. motiviert sind, zu tanzen)… unsere kleine Wohnung ist von innen mega schön und jede von uns hat ihr eigenes Zimmer, sogar mit Bad! Inzwischen fühlen wir uns hier total wohl und haben es uns sehr gemütlich und hübsch eingerichtet. Das einzige, an das ich mich gewöhnen muss, ist kalte Dusche … aber kalt duschen regt ja anscheinend den Kreislauf an.

Bisher sieht unser Tagesablauf so aus: morgens gemeinsames Frühstücken und (seit Neustem) Bibellese, dann Sprachschule (mega anstrengend, aber gut!) und danach entweder einkaufen, Wäsche waschen, Essen kochen, Tareas erledigen (ja, wir bekommen Hausaufgaben) oder eine Stunde mit dem Bus in den Y fahren und dort mit in den Programmen arbeiten. Solange wir noch im Sprachkurs sind, müssen wir glücklicher Weise nur drei Tage die Woche arbeiten, man denkt es vielleicht nicht, aber das alles ist im Moment noch ultra anstrengend für uns – die ganze Zeit Spanisch sprechen, Vokabeln lernen, den Haushalt erledigen und dann noch freundlich und geduldig sein… gar nicht so einfach. Aber das wird:D

Supercoole Facts über unsere Sprachschule: also erstmal fühlt man sich in der kleinen Sprachschule sofort wohl und willkommen, die anderen „Schüler“ (Alter variiert von 18 zu 60) sind alle mega nett und interessant, in den Pausen hat man tolle und inspirierende Gespräche auf spenglisch und zu Beginn gibt’s morgens erstmal für alle einen Kaffee zum Wachwerden:D die Sprachlehrer sind eigentlich alle Christen und Pablo ist der Pastor einer naheliegenden Gemeinde, die wir vorgestern schon besucht haben. Ingesamt macht das Lernen eigentlich fast schon Spaß und schon nach einer Woche bemerken wir beide schon echte Fortschritte in unserem Spanisch – man muss aber auch sagen, dass wir echt fleißig Vokabeln lernen!;)

Vor der Sprachschule😊

Mittwoch, Donnerstag und Freitag fahren wir nach der Sprachschule dann nach Horacio Zevallos, einem ärmeren Stadtvirtel, in dem sich der Y befindet.
Der Y hier in Arequipa ist sehr viel kleiner, als der YMCA in Lima. Natürlich sind auch die Angebote völlig verschieden: während es in Lima auch sehr viele Sportangebote gibt (tanzen, schwimmen, Fußball, Fitnessstudio,…) liegt hier inn Arequipa der Schwerpunkt auf medizinischer und psychologischer Versorgung der Menschen vor Ort. Nebenher laufen noch einige Angebote für Kleinkinder, Kinder und Jugentliche. Es ist es total cool zu sehen, wie gerne all die Menschen in den Y kommen, und dass sie sich dort sicher fühlen, den Leuten vertrauen und die Arbeit dort schätzen.

Das Y-Gebäude.

Damit man sich das besser vorstellen kann: Der gesamte „Staff“ (das MA-Team) bestand bis jetzt einfach nur aus 6 Personen – der Ärztin und Psychologin, die allerdings mit den Patienten genug zu tun haben; einer seit kurzem eingestellten Sozialarbeiterin und drei Psychologiestudenten, die das komplette Programm für die Kids schmeißen. Andere freiwillige Mitarbeiter gibt‘s hier (noch?) nicht.

Für Miri und mich heißt das als jetzige Mit-Staffs, dass es beinahe unbegrenzte Möglichkeiten für uns gibt, uns einzubringen, neue Programme zu starten und einfach den Kids zu begegnen. Wir freuen uns schon so drauf, richtig durchzustarten! Es ist krass, wie sehr die Kids Aufmerksamkeit und Liebe aufsaugen und auch, dass sie den vom Y betriebenen Aufwand wertschätzen.

Auf dem Nachhauseweg an der Bushaltestelle mit zwei Mädels aus den Programmen:)

Gerne dürft ihr dafür beten, dass Miri und ich unseren Platz im Y finden. Und dass Gott uns zeigt, in welchen Bereichen unser Einsatz besonders wichtig ist und wie wir dort konkret helfen können.
Danke schon jetzt für eure Unterstützung!

Gebet hat Kraft und besonders diese letzte Woche durften wir immer wieder erfahren, wie Gott uns mit allem was wir brauchen versorgt und beschenkt. Dafür sind wir echt dankbar!

Bis bald!
Eure Marla

Unglaubliche Fruchtvielfalt auf dem Marcado.