Sommerzeit

16. März 2019 0 Von Marlap

So, noch ein (mehr oder weniger) kurzer Bericht über meinen Sommer.

Der beginnt da, als wir nach dem Y-Camp und zwei weiteren Wochen in Lima dann wieder in Arequipa aus dem Flugzeug stiegen… Heimat!

Besonders vermisst haben wir während unserer Abwesenheit unsere Gemeinde mit den (sau)coolen Menschen, die sie ausmacht.

Wir hatten erwartet, dass wir am Montag (14.01) gleich loslegen mit dem Programm, und in unseren Köpfen waren tausend Ideen für Workshops die wir durchführen wollten – Maximum an Motivation also! Als wir dann im ACJ ankamen, wurden uns diese schicken blauen Kittel (siehe Bild) in die Hand gedrückt und los ging es mit Putzen! Eine Woche lang jeden Tag mehrere Stunden… es war zwar echt anstrengend aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Die große „Limpieza“

Eine Woche später legten wir dann endlich los😊 zwar konnten wir längst nicht alle Workshop-Ideen umsetzen (was uns am Anfang etwas frustrierte), aber im Endeffekt boten wir für die Kinder und Jugendlichen ein cooles Programm!

Montag: 2× Gitarre (Marla); 2× Ballett (Miri); 2× Fußball (Maelo und Marlon, unsere Psychologiestudenten); Marinera mit externem Tanzlehrer

Dienstag: „Grupo de Chicas“ -> eine Mädchengruppe (12-15J) in der wir mit den Mädels zusammen gekocht, getanzt und SPA-Nachmittag gemacht haben und den Raum auch nutzen konnten, um über wichtige und auch schwierige Themen in diesem Alter zu reden. Von dieser Mädelsgruppe träumten Miri und ich schon ewig und diesen Sommer konnten wir sie endlich verwirklichen😊 wir bekamen auch sehr gute Rückmeldung und werden sie auch wenn jetzt die Schule wieder beginnt auf jeden Fall fortsetzen!

Mittwoch: 2× Gitarre (Marla), 2× Fußball (Maelo & Marlon); Grupo de Pre-Adolescentes (Gruppe von Teenagern, mit denen wir auch kochten, tanzten, Theater spielten usw.); 2× Marinera

Donnerstag: 2× Grupo de niños -> wir hatten über 50 Kinder in den „Niños“-Gruppen im Sommer

Freitag: 2× Gitarre, 2× Ballett, 2× Fußball, 2× Marinera

Die freien Zeiten nutzten wir oft für Hausbesuche bei Familien, um zu sehen wie es der Familie und dem Familienleben geht und ob spezielle Hilfe nötig ist. Die meisten Familien sind super offen und haben uns sehr freundlich empfangen, obwohl Miri und ich nich wirklich eine Funktion hatten, sondern einfach dabei sein und beobachten durften.

Ballett mit Miss Miri

Gitarrenunterricht

Der Sommer war für mich eine super Zeit, in der ich den Kindern ein bisschen meiner Hobbys und Fähigkeiten weitergeben durfte und einige unserer Teilnehmer nochmal näher kennenlernen konnte. Wir haben die Zeit sehr genossen, v.a. auch morgens zu arbeiten und nicht nachmittags/abends😇

In den letzten zwei Wochen unseres Sommerprogramms bekamen wir Unterstützung aus Lima. Vier Volontäre lebten für zwei Wochen im ACJ und unterstützten uns in all unseren Projekten und auch Sonderaktionen wie z.B. eine Aufräumaktion bei einer Familie, die unterstützt wird oder unserem „Paseo“. Das war ein Ausflug mit zahlreichen Familien in einen Naturpark etwas außerhalb. Dieser Ausflug bereitete uns erst ein wenig Unbehagen, da es gar nicht so einfach ist für Menschen JEDEN Alters ein gemeinsames Programm im Freien zu finden, auf das alle Lust haben. Allerdings hatten die Lima-Volontarios eine coole Idee und so wurde es ein Stationenlauf in Farb-Gruppen, die Personen jeden Alters enthielten, mit super Stationen. Und wisst ihr was? Die waren alle so dabei, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten! Das war ein super Erfolg, weil oft die Gemeinschaft in der ganzen Familie ein wenig zu kurz kommt.
Hier unser Gruppenbild zum Abschluss:

Als wäre der Ausflug nicht schon genug, hatten wir auch einen Jugendgottesdienst für den Nachmittag diesen Tages angekündigt. Das hatten wir uns auch schon ewig vorgenommen, allerdings wäre das für unsere Kollegen außerhalb der Arbeitszeit gewesen und zu zweit wäre die Durchführung sehr schwierig geworden. Da wir nun aber supermotivierte Extra-Volontarios zur Verfügug hatten, die uns gerne unterstützten, konnten wir den JuGo endlich durchführen!
Einige Probleme stellten sich uns Anfangs in den Weg… 1. Datum & Uhrzeit – da die Volontarios nur eine bestimmte Zeit da waren, musste der selbe Tag wie der große Ausflug genommen werden, aber nachmittags regnet es im Sommer so gut wie immer, und manchmal so stark, dass keiner aus dem Haus will. 2. Art & Weise… zwar sind hier fast alle Katholiken, jedoch leben das die wenigsten Jugendlichen auch. Dann einen Gottesdienst in anderer Form als die traditionelle Messe zu gestalten, mit gar Stationen oder freiem Gebet – ob die Jugendlichen da wohl Lust darauf hätten? Ca. 20 Jugendliche kamen, sie haben mitgesungen (eine andere, etwas kleinere Sorge), der „Predigt“ aufmerksam gelauscht (Miri und ich haben das Thema Nachfolge gewählt, angelehnt an „Fan VS Follower“) und sich später in der Zeit für Stationen, aktiv beteiligt!!! Das Plakat der Dankbarkeit war vollgeschrieben, an der Sorgen-Station wurden viele Sorgen abgewaschen und an die Versprechens-Wand wurden viele rote Bändchen geknüpft, als Zeichen, dafür, sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen und diesen Jesus einmal kennenzulernen.
Nach dem Tag waren wir super platt und super glücklich. Und dankbar. Und uns war nochmal klargeworden, dass wir nur reden können, aber Gott erledigt den Rest. Beschafft die Leute, wählt das Thema, berührt die Herzen.

Zum Abschluss des Sommers und der „Vacaciones divertidas“ (Ferien, die Spaß machen), gab es für Eltern und Freunde noch eine große Aufführung aller Gruppen, dessen, was sie in der Zeit gelernt hatten. Sehr, sehr cool!

Bis bald! Eure Marla

P.S. ich habe endlich Cuy (Meerschweinchen) probiert!🙊


Bewertung: ganz lecker, allerdings braucht es zu Anfang ein bisschen Überwindung reinzubeißen, wenn das Tierchen so auf dem Teller liegt und sogar noch die Schnurrhaare dran sind… wer nach Peru kommt, probiert es einfach mal!😊